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Erfahrungsbericht: |
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| Kaufentscheidung |
Da ich mit dem 70-210 mm Zoomobjektiv von Canon mehr als die Hälfte
meiner Bilder gemacht habe, war dieses das erste Objektiv, das ich
zusammen mit der F5 gekauft habe. Gegenüber dem noch erhältlichen Vorgänger zeichnet sich das Objektiv durch den geräuscharmen und sehr schnellen AF-S Antrieb aus. Dadurch ist es außerdem möglich, das Objektiv mit einem TC-E Konverter MIT automatischer Fokussierung zu verwenden. Die optische Konstruktion ist mit 5 ED Glaslinsen sehr hochwertig. Von der durchgängig hohen Lichtstärke von 2,8 erwartete ich einen deutlich größeren Einsatzbereich gegenüber meinem alten Canon Objektiv, das nur eine Öffnung von 4,0 aufweist. |
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| Abbildungsqualität: Schärfe und Kontrast ***** |
Die Schärfe und Kontrastleistung dieses Objektivs ist, wie zu erwarten war, hervorragend. Schaut man sich die MTF-Diagramme bei Photodo an, dann gehört das Objektiv zu dem besten, was man derzeit kaufen kann. Bei 200mm ist das Objektiv sogar besser als das festbrennweitige 180/2,8. Bei 135mm erreicht es schon fast das theoretisch mögliche Maximum und auch bei 80 mm ist die Qualität nur unbedeutend schlechter als die der hervorragenden 85mm Objektive aus dem Nikon Programm. Ein Randabfall zu den Bildrändern ist praktisch nicht zu beobachten und auch bei offener Blende erreicht das Objektiv die Qualität von Festbrennweiten, so daß hinsichtlich der Schärfe das Objektiv uneingeschränkt mit offener Blende eingesetzt werden kann. | |||
| Helligkeitsverteilung * |
Die Vignettierung ist katastrophal !!!!! Ich habe noch nie ein Objektiv gesehen, daß dermaßen starke Abdunkelung in den Bildecken aufweist (Bild 1+2). Dabei scheint der gesamte Brennweitenbereich betroffen zu sein und selbst ein Abblenden um eine Stufe auf 4,0 verbessert das Verhalten kaum. Erst bei Blende 5,6 oder kleiner kann man vor dieser Erscheinung sicher sein. Aber habe ich 4000 DM ausgegeben, um dieses Objektiv immer mindestens zwei Stufen abzublenden? Wohl kaum! | |||
| Verzeichnung ** |
Die Verzeichnung ist bei 80 mm tonnenförmig und deutlich sichtbar (Bild 3). Für meinen Anwendungsbereich spielt das keine so große Rolle und ist nur selten auf den Bildern störend bemerkbar. Dennoch ist die Verzeichnung ziemlich enttäuschend, da auch in dieser Disziplin mein altes 500-Marks Objektiv von Canon deutlich besser war. | |||
| Streulicht **** |
Das Streulichtverhalten bei Gegenlichtaufnahmen ist für ein Objektiv, das immerhin aus 18 Linsen besteht sehr gut. Nur sehr selten kann man eine etwas verminderte Brillianz erkennen, wenn die Sonne mit aufs Bild kommt. Die Neigung zu Abzeichnungen (Geisterbilder) ist ebenfalls gering. Ich verwende das Objektiv auch ausschließlich mit der serienmäßig mitgelieferten, zwar sehr großen aber dadurch auch sehr effektiven Gegenlichtblende. | |||
| Handhabung ** |
Das ich das Objektiv viel seltener einsetze als früher das vergleichbare
Canon Objektiv liegt nicht an der schlechten Helligkeitsverteilung, sondern
an der Größe und vor allem dem sehr hohen Gewicht. Es macht einfach keinen
Spaß mit diesem Objektiv zu arbeiten. Einen Brocken von 1,5 kg schleppt man
eben nicht einfach so zum Spaß durch die Gegend. Ich setze das Objektiv nur
ein, wenn ich für ein Motiv den Brennweitenbereich benötige. Außerdem
bildet das Objektiv zusammen mit dem AF-S 17-35/2,8 und dem AF Micro 60/2,8
meine Standardausrüstung in meinem kleinen Fotorucksack.
Durch die Größe und die riesige Gegenlichtblende zieht man leider stets die Aufmerksamkeit anderer Leute auf sich, obwohl man im Prinzip den gleichen Brennweitenbereich abdeckt wie die meisten Amateurobjektive. |
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| Lieferumfang **** |
Im Lieferumfang sind ein Lederköcher, eine brauchbare Stativschelle und die riesige, sehr effektive Bajonett-Gegenlichtblende enthalten. | |||
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Pro & Kontra |
+:
-:
Dieses Objektiv würde ich nicht wieder kaufen. Stattdessen würde ich das ältere AF 80-200/2,8 ohne AF-S Antrieb kaufen. Zwar müßte ich dann auf die Möglichkeit der automatischen Fokussierung mit Konverter verzichten und der AF wäre bei weitem nicht so schnell, doch ich hätte auch nur die Hälfte bezahlen müssen und hätte kein so starkes Problem mit der Vignettierung. |
© 2001 Thorsten Hagedorn - letzte Aktualisierung: 06.05.2001 Home